Angela Merkel verteidigt ihre bisherige Politik gegenüber Wladimir Putin



Ex-Bundeskanzlerin Angela Merkel. Foto: EPA

Angela Merkel wird wie einige andere prominente deutsche Politiker kritisiert, weil sie Putin als Kanzlerin zu viele Zugeständnisse gemacht und nicht genug getan habe, um seine zunehmend aggressive Außenpolitik zu stoppen.

Ihr wird unter anderem vorgeworfen, Deutschland im Verhältnis zu Russland durch ihre Haltung gegenüber Russland, in der sie geschäftliche Beziehungen priorisiere, angreifbar zu machen.

Die Pipeline Nord Stream 2, durch die Deutschland Erdgas direkt aus Russland beziehen soll, wurde unter Angela Merkel gebaut, doch das Projekt wurde von ihrem Nachfolger gestoppt Olaf Scholz kurz vor dem russischen Angriff auf die Ukraine am 24. Februar.

Deutschland arbeitet daran, seine Abhängigkeit von russischen Energiequellen zu verringern, ohne seiner Wirtschaft zu schaden.

Aber, wie der Altkanzler sagte, Europa und Russland sind Nachbarn, die man nicht ignorieren darf. Sie rief zur Koexistenz auf, berichtet die BBC.

Ihr zufolge war der Angriff auf die Ukraine „Nicht nur inakzeptabel, sondern auch ein großer Fehler Russlands“sagte sie in einem Gespräch mit einer deutschen Journalistin und Schriftstellerin Alexander Osangdie auf der Bühne des berühmten Berliner Ensembles stattfand und auch vom öffentlich-rechtlichen Fernsehen ARD ausgestrahlt wurde.

„Wenn wir anfangen, über die Jahrhunderte zurückzublicken und darüber zu streiten, welcher Teil des Territoriums wem gehören soll, haben wir nur Krieg.“ Sie sagte. Dass „auf keinen Fall“ Sie hat hinzugefügt.

Angela Merkel verteidigte die Sanktionen, die Deutschland unter ihrer Führung als Reaktion auf die russische Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim gegen Russland verhängt hatte. Sie habe sich in dieser Hinsicht für nichts zu entschuldigen, sagte sie.

Sie verteidigte auch Deutschlands Rolle im Minsker Friedensprozess, der die Konflikte in der Ostukraine 2014 und 2015 beenden sollte.

Dieser Friedensprozess gab der Ukraine Zeit, sich als Land zu entwickeln und ihr Militär zu stärken. „Ich muss mir keine Vorwürfe machen, dass ich mich nicht genug anstrenge“ Sie sagte.

Sie gab aber auch zu, nie daran geglaubt zu haben, Putin mit Handelsversprechen zu überzeugen. „Militärische Abschreckung ist die einzige Sprache, die er versteht“ Sie sagte. Wie sie verriet, habe Putin ihr schon vor langer Zeit klar gemacht, dass der Zusammenbruch der Sowjetunion sein Weg sei „das schlimmste Ereignis des 20. Jahrhunderts“.

2008 widersetzte sie sich einer NATO-Mitgliedschaft der Ukraine, weil sie eine Eskalation mit Russland verhindern wollte und außerdem die Ukraine selbst nicht bereit war. „Das war nicht die Ukraine, wie wir sie heute kennen“ Sie sagte. „Das Land war nicht stabil, es war voller Korruption.“

Angela Merkels erstes großes Interview nach ihrem Ausscheiden aus dem Amt

Hildebrand Geissler

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