Deutschland hat den Spieß umgedreht: Es wird Waffen in die Ukraine schicken



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Wie in Berlin berichtet, wird die Bundesregierung 1.000 Einheiten Panzerabwehrwaffen und 500 Boden-Luft-Raketen in die Ukraine schicken. Darüber hinaus gaben sie den Niederlanden grünes Licht für den Verkauf von 400 in Deutschland hergestellten Raketenwerfern an die Ukraine.

„Das Kanzleramt hat dem Verkauf zugestimmt“ Ein Vertreter des deutschen Verteidigungsministeriums bestätigte die Nachricht gegenüber Reuters, nachdem Politico die Nachricht als erster veröffentlicht hatte.

Deutscher Kanzler Olaf Scholz dann bestätigte er selbst die Aussagen auf Twitter: „Der russische Angriff markiert einen Wendepunkt. Es ist unsere Pflicht, alles zu tun, was wir können, um der Ukraine zu helfen, sich gegen Putins Armee zu verteidigen. Deshalb schicken wir tausend Panzerabwehrwaffen und 500 Boden-Luft-Raketen an unsere Freunde in der Ukraine.“

Der Schritt stellt eine 180-Grad-Wende von Deutschlands langjähriger Politik dar, Waffen nicht in Konflikt- oder Kriegsgebiete zu verkaufen, weshalb Berlin noch bis vor kurzem darauf beharrte, der Ukraine nicht mit Waffen helfen zu wollen.

Dies hat der deutsche Verteidigungsminister Anfang Februar ausdrücklich betont Christine Lambrechtnachdem die ukrainische Botschaft in Deutschland eine Liste mit Ersuchen an das Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten und Verteidigung in Berlin geschickt hatte.

Die Liste umfasste Flugabwehr-Raketensysteme, elektronische Kampfausrüstung, digitale Empfänger, Nachtsichtgeräte, Radarstationen und militärische Krankenwagen.

„Die Bundesregierung vertritt seit langem auch in vergangenen Regierungen eine klare Position, dass wir keine Waffen in Krisengebiete liefern, um dort die Spannungen nicht eskalieren zu lassen.“ betonte sie. „Im Ukraine-Konflikt haben wir Verhandlungspartner, die die Gespräche wieder aufgenommen haben. Daher ist es jetzt unsere Aufgabe, die Spannungen zu beruhigen. Wir wollen diesen Konflikt friedlich lösen.“


Die Ukraine bittet den Westen um zusätzliche Hilfe.  Foto: AP
Die Ukraine bittet den Westen um zusätzliche Hilfe. Foto: AP

Sie bot nur Helme und ein Feldlazarett an

Deutschland kann auch den Verkauf von Waffen blockieren, deren Teile in Deutschland hergestellt wurden, was die Ukraine sehr verärgert hat. Bisher hat Berlin der Ukraine nur etwa 5.000 Militärhelme und ein Feldlazarett zur Verfügung gestellt.

Vor allem Estland sagte ausdrücklich, es wolle Haubitzen in die Ukraine schicken, könne dies aber nicht tun, weil Deutschland ihm die Erlaubnis verweigere. Estland kaufte die militärische Ausrüstung von Finnland, das die Lieferung genehmigte, aber auch Deutschland musste der Verbringung zustimmen, da Berlin die Haubitzen an Finnland verkaufte.

Im Hintergrund steht natürlich auch, dass Deutschland stark von russischem Gas abhängig ist und aus Angst vor den wirtschaftlichen und energiewirtschaftlichen Folgen nie für die Einführung schärfster Sanktionen gegen Moskau war.

Mehrere NATO-Mitglieder haben zugesagt, Waffen in die Ukraine zu schicken, darunter die Vereinigten Staaten, die der Ukraine 350 Millionen Dollar an Militärhilfe zur Verfügung gestellt haben.

Deutschland erklärte sich bereit, Waffen an die Ukraine zu liefern

Hildebrand Geissler

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