Deutschland: Immer mehr Einwanderer, immer weniger Christen

Deutschland hat seit einem halben Jahrhundert ein negatives natürliches Bevölkerungswachstum. Jedes Jahr, von 1972 bis 2021, also 50 Jahre in Folge, ist die Zahl der Toten größer als die Zahl der Lebendgeburten im Land.

Dennoch ist Deutschlands Bevölkerung in den vergangenen fünf Jahrzehnten nicht geschrumpft, sondern gewachsen – dank einer großen Zahl von Zuwanderern.

Gleichzeitig macht sich auch der Trend sinkender Mitgliederzahlen in den beiden größten Religionsgemeinschaften in Deutschland bemerkbar. Mitglieder der römisch-katholischen und der evangelischen Kirche sind in letzter Zeit – zum ersten Mal seit mehreren Jahrhunderten – im Land zu einer Minderheit geworden.

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Fast zwei Drittel der deutschen Bevölkerung stammt aus dem europäischen Ausland

Mitte April teilte das Statistische Bundesamt mit, dass es im Jahr 2021 rund 22,3 Millionen Menschen in Deutschland oder 27,2 Prozent der Gesamtbevölkerung (gut 83 Millionen) gewesen seien Migrationshintergrundwas bedeutet (i) Migrationsherkunft beziehungsweise eingewanderte Wurzeln. Dieser Begriff bezeichnet jede Person, deren mindestens ein Elternteil nicht mit der deutschen Staatsangehörigkeit geboren wurde. Die Bevölkerung Deutschlands in diesem Segment wächst stetig. Auch sie ist im vergangenen Jahr um zwei Prozent gestiegen.

Etwas mehr als die Hälfte der deutschen Bevölkerung mit Migrationshintergrund (53 %) besitzt die deutsche Staatsbürgerschaft. Mehr als die Hälfte dieser „neuen“ Deutschen haben die Staatsbürgerschaft von Geburt an, weil mindestens ein Elternteil eine ausländische Staatsbürgerschaft besitzt oder zuvor eine ausländische Staatsbürgerschaft hatte und dann die deutsche erworben hat oder in Deutschland adoptiert wurde oder ein Nachkomme von Deutschen aus Osteuropa ist oder (einst zahlreiche) deutsche Auswanderer in die Donauländer Südosteuropas, die nach Deutschland zurückkehrten.

Das deutsche Recht gibt Nachkommen deutscher Auswanderer nach Ost- und Südosteuropa das Recht, sich in Deutschland niederzulassen und die Staatsbürgerschaft zu erwerben.

Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs im Jahr 1989 gewann Deutschland somit eine beträchtliche Anzahl von Einwohnern hinzu, hauptsächlich aus Polen, Rumänien, Russland und einigen anderen Ländern, die nach dem Zusammenbruch der UdSSR entstanden waren.

Die restlichen 47 Prozent der deutschen Bevölkerung mit Migrationshintergrund besitzen (noch) keine deutsche Staatsbürgerschaft. Es gibt fast 10,6 Millionen von ihnen.

Fast zwei Drittel (62 %) aller deutschen Einwohner mit Migrationshintergrund stammen aus dem europäischen Ausland. Es gibt insgesamt 13,9 Millionen von ihnen, davon 7,5 Millionen aus derzeitigen EU-Mitgliedern.

Die zweitgrößte Einwanderungsquelle nach Deutschland ist Asien, aus dem mittlerweile 5,1 Millionen Bundesbürger stammen – mehr als zwei Drittel aus dem Nahen Osten. Mittlerweile leben mehr als eine Million Menschen aus Afrika mit Migrationshintergrund in Deutschland. Weitere 700.000 haben ihre Wurzeln in Nord-, Mittel- und Südamerika sowie Australien.

Nach Ländern stammt der größte Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund aus der Türkei (12 %). Es folgen Polen (10 %), dann die Russische Föderation (6 %), Kasachstan (6 %), Syrien (5 %) etc. Knapp 1,4 Prozent, also etwa 308.000 von ihnen, haben Wurzeln in der Ukraine dem die Zahl der Flüchtlinge nach Deutschland in den vergangenen zwei Monaten stark gestiegen ist.

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Die Erosion der christlichen Mehrheit

Christen in Deutschland haben im Vergleich zu Andersgläubigen und Atheisten zwar immer noch eine Mehrheit, aber nur sehr knapp. Dieses Jahr sei eine „historische Zäsur“, sagte der Sozialwissenschaftler Carsten Frank fließenda, Deutsche Forschungsgruppe Weltanschauung. Frank sagte dies, nachdem Anfang dieses Frühjahrs geschätzt wurde, dass die Mitglieder der beiden größten Religionsgemeinschaften in Deutschland, der evangelischen und der römisch-katholischen, nicht mehr die Mehrheit der Bevölkerung des Landes stellen.

Immer weniger Christen in Deutschland.  Foto: Christian Mang/Reuters

Immer weniger Christen in Deutschland. Foto: Christian Mang/Reuters

Am 31. Dezember 2020 gab es in Deutschland nach offiziellen Angaben 42,4 Millionen evangelische und katholische Christen, das sind 51 Prozent der Gesamtbevölkerung. Weniger als vier Millionen (4,8 % der Bevölkerung) sind Mitglieder anderer christlicher und anderer Religionsgemeinschaften, und 33,8 Millionen (40,7 % der Bevölkerung) haben keine Religion.

Die Zahl der Protestanten und Katholiken in Deutschland ist im Jahr 2020 um 885.000 zurückgegangen, was nicht ungewöhnlich ist. Der Rückgang war über das vergangene dreiviertel Jahrhundert hinweg konstant: 1950 waren 90 Prozent der deutschen Bevölkerung evangelisch oder katholisch; vier Jahrzehnte später, 1990, war dieser Anteil auf 72 Prozent gefallen; es wird geschätzt, dass es in diesem Jahr um 50 Prozent gefallen ist. Die beiden größten Kirchen Deutschlands haben zuletzt jährlich zwischen 0,6 und 0,8 Prozent ihrer Mitglieder verloren.

Christen haben in Deutschland durch Angehörige der orthodoxen und einiger anderer christlicher Kirchen immer noch eine knappe Mehrheit. Es ist offensichtlich, dass die großen christlichen Religionsgemeinschaften es versäumen, die Gläubigen in ihren Herden zu halten. „Das Christentum ist eine Religion, die man lernen muss“, sagt Frank und erinnert daran, dass junge Menschen in immer liberaleren Familien leben, in denen es weniger Rituale und Lektionen darüber gibt, was Religion bedeutet.

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Hildebrand Geissler

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