Klassiker oder SUV fahren? Dieser sagt viel über dieses Dilemma aus.

Der Opel Astra gehört zu den reinen automobilen Klassikern, die seit dreißig Jahren auf den Straßen fahren, und bleibt unter dem neuen Besitzer trotz angekündigter Elektrifizierung und dem Siegeszug der SUVs diesem (Fließheck-)Klassiker treu. Der Astra ist nach einem bewährten Automobilrezept entstanden, seine größten Vorzüge sind gestalterischer Natur. Mit seinen Retro-Akzenten weckt er genau die richtige Portion Auto-Nostalgie, sodass er heute auch als Fließheck ein sehr angenehmes Alltagsauto bieten kann.

Daumen hoch: unverwechselbare Form, Retro-Accessoires, Fahrerkabine.

Daumen runter: Geräumigkeit auf der Rückbank, Preis bei höchstem Ausstattungspaket.







Auch beim Astra setzt Opel auf Matrix-LED-Scheinwerfertechnik, die sehr gut funktioniert.
Foto: Gašper Pirman

Deutsch genug, um nicht überwiegend französisch zu sein

Wir haben uns so an alle Arten von SUVs und Crossovers gewöhnt, dass es heutzutage ziemlich seltsam ist, in einem Oldtimer zu sitzen. Der Opel Astra, der 1991 den Vorgänger des Kadett im Programm ablöste, ist einer der traditionsreichsten Klassiker auf der Straße.

Mit Fußgängern hat diese Aster jedoch nicht viel gemein. Während seiner Vorgängergeneration war Opel im Besitz des PSA-Konzerns, und der neue Astra trägt französische, nicht mehr deutsche, technische DNA. Technisch steht er heute seiner Schwester Peugeot 308 näher als beispielsweise dem Volkswagen Golf. Aber der Astra ist sicherlich deutsch genug und nicht überwältigend französisch, dass er einen festen Platz auf der Straße hat.




Das Auto ist von hinten am ausgeprägtesten, wo es schwer wäre, sein Straßenvertrauen zu bemängeln.  Wie schon beim Peugeot 308 konnte ich mich bei seitlicher Betrachtung des Astra des Eindrucks nicht erwehren, dass die ansonsten 18-Zoll-Räder in der Gesamtmasse des Autos etwas untergehen.  |  Foto: Gašper Pirman


Das Auto ist von hinten am ausgeprägtesten, wo es schwer wäre, sein Straßenvertrauen zu bemängeln. Wie schon beim Peugeot 308 konnte ich mich bei seitlicher Betrachtung des Astra des Eindrucks nicht erwehren, dass die ansonsten 18-Zoll-Räder in der Gesamtmasse des Autos etwas untergehen.
Foto: Gašper Pirman




Mit der Form der Motormaske erinnert er ein wenig an den ehemaligen Opel Manta.  |  Foto: Gašper Pirman


Mit der Form der Motormaske erinnert er ein wenig an den ehemaligen Opel Manta.
Foto: Gašper Pirman




Außer dem Plug-in-Hybrid gibt es einen 1,2-Liter-Benziner mit 130 PS


Wenn wir den Plug-in-Hybrid ausschließen, ist der 1,2-Liter-Benziner mit einer Leistung von 130 „Pferden“ die Spitze der Astra-Reihe.
Foto: Gašper Pirman

Sind 130 „Pferde“ genug?

Die Technik ist bereits gut erprobt und wir kennen sie vom Peugeot 308. Da gibt es nicht viel zu diskutieren. Angetrieben wurde der Astra von einem 1,2-Liter-Turbobenziner mit einer Leistung von 96 Kilowatt (130 „Pferde“), die über ein Achtgang-Automatikgetriebe auf die Räder übertragen wurden. Daraus resultieren gute Fahreigenschaften und Fahrleistungen sowie ein moderater Verbrauch unter sieben Litern auf hundert gefahrene Kilometer.

Der Astra ist ein komfortables Auto, das sich auch in Kurven gut handhaben lässt. Etwas weicher als früher und kein reinrassiges „Fahrerauto“ würde man ihn nicht nennen, so dass man seine Essenz in den Kurven genau erfassen kann, aber die Fahreigenschaften sind eigentlich sehr gut und mehr als zufriedenstellend. Aber aus technischer Sicht könnte man das Gleiche für viele PSA-Autos sagen. Obwohl der Astra in diesem Bereich etwas steifer ist, ist dieser Unterschied immer noch nicht drastisch.

Aber für den traditionell-sportlichen Astra, der einst für seine GSi- und OPC-Versionen berühmt war, ist die Motorenpalette mit maximal 130 „Pferden“ auch heute noch recht begrenzt (wenn wir 180 „Pferde“ für den Plug-in-Hybrid ausschließen) .




Der Fahrer kann verschiedene Programme wählen, die die Fahrdynamik zumindest nicht wesentlich verändern.  |  Foto: Gašper Pirman


Der Fahrer kann verschiedene Programme wählen, die die Fahrdynamik zumindest nicht wesentlich verändern.
Foto: Gašper Pirman

Es ist nicht die Technik, sondern die Form und nostalgische Accessoires, die es anders und auffällig machen

Also habe ich mir überlegt, was der Hauptgrund sein könnte, einen Astra zu kaufen und nicht einen der vielen SUVs. Zwar hat Opel mit dem Grandland X nicht das modernste (auffälligste) SUV, aber dennoch ist die Konkurrenz extrem stark.

Mehr als in der Technik selbst sehe ich die entscheidenden Vorteile von Astra im Design. Ob das Auto schön ist oder nicht, da gehen die Meinungen immer auseinander, und ich will Schönheit nie objektiv beurteilen. Der Astra ist sicherlich etwas Besonderes, mit modernem Design und voller nostalgischer Accessoires. Wenn es den Brüdern aus Paris technisch sehr ähnlich ist, unterscheidet es sich im Design. Erwähnt sei nur das „stachelige“ schwarze Teil in der Motorhaube, das an den ehemaligen Mantel erinnert, oder die Kunststoff-Accessoires in der Ecke der hinteren Seitenfenster. Der letzte Kadett hatte einen.




Die Fahrerkabine ist eine gute Kombination aus Klassikern und ausgeprägter Digitalisierung.  |  Foto: Gašper Pirman


Die Fahrerkabine ist eine gute Kombination aus Klassikern und ausgeprägter Digitalisierung.
Foto: Gašper Pirman




Die digitalen Instrumente sind schön abgerundet hinter dem Lenkrad.  |  Foto: Gašper Pirman


Die digitalen Instrumente sind schön abgerundet hinter dem Lenkrad.
Foto: Gašper Pirman




Opel astra |  Foto: Gašper Pirman


Foto: Gašper Pirman

Der Fahrerplatz ist sehr angenehm und trotz der Digitalisierung sind immer noch genug klassische Knöpfe zur Hand

Im Inneren loben wir den Fahrerplatz. Das Lenkrad könnte etwas dicker sein, aber das allgemeine Gefühl hinter dem Lenkrad und die Ergonomie sind ausgezeichnet. Das Design des Lenkrads und der Anzeigen ist klassisch (im Gegensatz zum Peugeot 308), sogar die Mittelkonsole behält trotz der ausgeprägten Digitalisierung einige sehr wichtige physische Tasten bei.

Der Sitz hinter dem Lenkrad ist eher niedrig, aber auch für lange Fahrten bequem. Sitze mit dem AGR-Zeichen haben zusätzlich die Möglichkeit zu heizen, (ziemlich laut) zu kühlen und zu massieren.

Hinten ist genug Platz nur für die Kraft, und hier sind SUVs im Vorteil

Mit der neuen Generation ist der Astra praktisch gleich lang wie sein Vorgänger, auch der Radstand ist nur um gut einen Zentimeter gewachsen. Auf der Rückbank bleibt das Gefühl recht beengt und es gibt nur genug Platz für die Kraft, bietet aber keine Exzesse. Auf der Rückbank hat es so ein Schrägheck, zumindest bis es eine eigene Elektro-Plattform (kürzere Überhänge, längerer Radstand…) bekommt, am schwersten mit vergleichbaren SUVs zu konkurrieren. Der Fahrer wird es nicht spüren, aber die Passagiere im Fond werden es tun.




Geräumigkeit auf der Rückbank – ähnlich wie beim Peugeot 308 – gibt es beim Astra nicht.  |  Foto: Gašper Pirman


Geräumigkeit auf der Rückbank – ähnlich wie beim Peugeot 308 – gibt es beim Astra nicht.
Foto: Gašper Pirman




Der Kofferraum hat ein Grundvolumen von 422 Litern.  Jetzt hat es einen doppelten Boden, es gibt auch eine praktische Öffnung für Skier.  In der Breite misst er einen guten Meter, das ist etwas mehr als beim bisherigen Astra.  Bei der Plug-in-Hybrid-Version fällt das Kofferraumvolumen um 70 Liter kleiner aus.  |  Foto: Gašper Pirman


Der Kofferraum hat ein Grundvolumen von 422 Litern. Jetzt hat es einen doppelten Boden, es gibt auch eine praktische Öffnung für Skier. In der Breite misst er einen guten Meter, das ist etwas mehr als beim bisherigen Astra. Bei der Plug-in-Hybrid-Version fällt das Kofferraumvolumen um 70 Liter kleiner aus.
Foto: Gašper Pirman




Die Kraft wird über ein Achtgang-Automatikgetriebe auf die Vorderräder übertragen.  |  Foto: Gašper Pirman


Die Kraft wird über ein Achtgang-Automatikgetriebe auf die Vorderräder übertragen.
Foto: Gašper Pirman

Sie können einen anständigen Astro für weniger als 30.000 bekommen

Autos wie Astra können kaum als erschwinglich bezeichnet werden. Bei der Wahl des höchsten Ultimte-Ausstattungspakets kostet die Basisversion gut 33.000 Euro, mit Zusatzausstattung stieg der Preis des Testwagens auf rund 35.000 Euro. Das ist vergleichbar mit den Einstiegspreisen von SUVs in diesem Segment.

Natürlich können Astras auch billiger sein, sodass Sie sie mit der Elegence-Ausstattung für weniger als 30.000 bekommen können. Ein beheizbares Lenkrad, eine Leinwand an der Windschutzscheibe, ein bewegliches Schiebedach und eine 360-Grad-Kamera kann ein solcher Astra nicht haben. Er kann nur mit 17-Zoll-Rädern auftrumpfen, nicht mit 18-Zoll-Rädern, aber in puncto Sicherheit ist selbst ein Astra unter 30.000 sehr gut ausgestattet. Eine bedenkenswerte Preisersparnis, die zudem die Wettbewerbsfähigkeit enorm steigert.

Wie lange kann er mit einem solchen Design noch durchhalten?

Was ist mit der Zukunft? Den Astra gibt es bereits als Plug-in-Hybrid. Einige Dutzend Kilometer elektrische Reichweite, wenn man den Akku zum Beispiel nachts zu Hause aufladen würde, können durchaus sinnvoll sein, wiegen aber ohne staatliche Anreize den hohen Anschaffungspreis (zusätzliche 8.500 Euro für den Test) nicht auf Ausrüstung).

Ein elektrischer Astra kommt auch, aber er wird wahrscheinlich objektiv sehr teuer sein, wenn man bedenkt, was er durch die Linse eines Elektrofahrzeugs bieten wird. Der elektrische Astra wird noch nicht die dedizierte elektrische Plattform von Stellantis sehen, die trotz des Elektroantriebs und der sicherlich soliden Reichweite das Raumangebot des aktuellen Autos nicht erhöht. Lediglich dedizierte Plattformen erlauben einen Radstand von etwa drei Metern, der aktuelle für die Benzin-Diesel-Plattform beträgt 2,6 Meter.

Auch deshalb ist der Astra heute vor allem ein Autoklassiker der Retro-Moderne, wie wir ihn zur Zeit der Unabhängigkeit Sloweniens gefahren sind und der nun möglicherweise zum letzten Mal in der seit dreißig Jahren bekannten Form auf die Straße kommt .

Hildebrand Geissler

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