Lufthansa streicht 770 neue Flüge wegen Personalkrise



Es scheint, dass in den kommenden Wochen eine große Anzahl von Flugzeugen auf europäischem Boden verbleiben wird. Foto: EPA

Demnach haben Fluggesellschaften mit der größten Personalkrise in der Geschichte der Luftfahrtindustrie zu kämpfen, da es in praktisch allen Bereichen der Branche zu Personalengpässen kommt. Infolgedessen schlängeln sich lange Schlangen von Passagieren, die auf den Check-in für ihre Flüge warten, durch die Flughäfen von London Heathrow nach Brüssel und Düsseldorf, Deutschland.

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Die Zahl der annullierten Flüge weltweit steigt. Bis zum Ende des Sommers wird sich die Situation nicht verbessern.

Grund für den Personalmangel sind vor allem Sparmaßnahmen während der Pandemie und langjährige schlechte Beziehungen zwischen Luftverkehrsgewerkschaften und Fluggesellschaften. Während der Pandemie haben die Fluggesellschaften ihre Personallisten stark reduziert, können sie nun aber mit dem Verkehrszuwachs nach dem Ende der Pandemie nicht mehr wieder auffüllen. Die zunehmende Belastung lastet auf dem Rest der Arbeitnehmer, die seit Jahren mit ihrer Position in den Unternehmen unzufrieden sind.

So befanden sich die Fluggesellschaften, meist aufgrund ihrer eigenen Verdienste, in einer wenig beneidenswerten Position, wenn ihnen trotz der sehnlichen Reiselust der Touristen nach zahlreichen Schließungen Personal fehlt, um die versprochenen Flüge durchzuführen. Darüber hinaus schießen Treibstoff- und andere Kosten in die Höhe.

So kündigte Lufthansa an, bis zum 14. Juli 770 Flüge von und zu den Flughäfen in Frankfurt und München zu streichen. Nach diesem Datum seien weitere Änderungen des Sommerflugplans möglich, teilte das Unternehmen laut der Zeitung Financial Times mit. Bereits vor dem Sommer hatte Lufthansa zunächst angekündigt, wegen Personalmangels im Juli 900 Flüge an den Flughäfen Frankfurt und München zu streichen, und dann beschlossen, weitere 2.200 von rund 80.000 Flügen zu streichen.


Flughäfen werden von Annullierungen und Verspätungen geplagt, wovon Passagiere oft erst in letzter Minute erfahren.  Foto: BoBo
Flughäfen werden von Annullierungen und Verspätungen geplagt, wovon Passagiere oft erst in letzter Minute erfahren. Foto: BoBo

Stornierungen und Auktionen

Die hohen Kosten für Energieprodukte und der Personalmangel plagen auch den deutschen Billigflieger Eurowings. Das zur deutschen Lufthansa gehörende Unternehmen habe Ende der Woche angekündigt, seine Preise um mindestens zehn Prozent zu erhöhen, berichtete die französische Nachrichtenagentur AFP.

Geschäftsführer Jens Bischof sagte der Rheinischen Post, man habe mit steigenden Kosten zu kämpfen, die sich allein bei Eurowings auf mindestens 100 Millionen Euro belaufen. „Infolgedessen müssen wir unsere Preise, die bereits rund zehn Prozent höher sind als 2019, um mindestens weitere zehn Prozent anpassen,“ er sagte.

Personalengpässe traten zuerst bei KLM und am Amsterdamer Flughafen Schiphol auf. Täglich bilden sich Hunderte Meter lange Schlangen von Passagieren vor dem Flughafen, weshalb KLM beschlossen hat, zusätzliche Maßnahmen zu ergreifen. Bis Ende August kündigten sie die Streichung von 20 Hin- und Rückflügen pro Tag an.

Hildebrand Geissler

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