„Zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg werden deutsche Panzer auf der europäischen Bühne eingesetzt“

Nach monatelanger Kritik und Druck hat Deutschland entschieden, 14 Kampfpanzer Leopard 2A6 in die Ukraine zu schicken. Warum Deutschland so lange zögerte und wie sich Lieferungen aus dem Westen auf den Kriegsverlauf in der Ukraine auswirken werden, erklärte die ehemalige Leiterin des Zentrums für Europäische Perspektive Katja Geršak.

Die Frage der deutschen Militärhilfe für die Ukraine ist seit Monaten in der Luft, und Gershakova glaubt, dass Deutschlands Zögern vor allem auf die Last der Geschichte und die daraus resultierende politische Situation zurückzuführen ist. „Dies ist das erste Mal seit dem Zweiten Weltkrieg, dass deutsche Panzer auf dem europäischen Kriegsschauplatz eingesetzt werden“, erklärt Geršakova und betont, dass es sich um eine extrem große Entscheidung handelt.

Deutscher Kanzler Olaf Scholz er zögerte wahrscheinlich auch wegen der Geschehnisse in der Partei, wo die Entscheidung, Panzer in die Ukraine zu schicken, nicht von allen unterstützt wurde. Auch in der deutschen Bevölkerung stoße die Entscheidung auf gemischte Zustimmung, erklärt Geršakova.

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Golob bezeichnete die deutsche Entscheidung als „eine starke symbolische Entscheidung“aber er glaubt nicht dass „es entscheidende militärische Auswirkungen haben wird“. Geršakova denkt anders. „Ich glaube, dass diese Panzer die Kampfkraft verdoppeln können und ein sehr wichtiger Beitrag zur ukrainischen Verteidigung sein werden“, sagte sie und betonte, dass es notwendig sei, die Entwicklungen im Lichte einer möglichen Frühjahrsoffensive zu beobachten, die Russland vorbereiten werde. „Zusammen mit der polnischen Lieferung sind es derzeit etwa 90 Panzer, was nicht zu vernachlässigen ist.“

Besteht also die Möglichkeit, dass die Lieferung den Kriegsverlauf beeinflusst? Geršakova betont auch den wichtigen moralisch-politischen Aspekt, der durch eine solche Entscheidung ausgelöst wird. „Der Westen hat gezeigt, dass wir vereint sind und gemeinsam Entscheidungen treffen“.

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Russland reagierte erwartungsgemäß scharf auf Deutschlands Entscheidung. Russischer Botschafter in Deutschland Sergej Netschajew nannte die Entscheidung äußerst gefährlich. Gershakova glaubt daher, dass auf russischer Seite große Bedenken bestehen, dass dies negative Auswirkungen auf ihre militärische Macht haben wird. Sie geben Signale, dass der Westen das nicht mitmachen soll. „Europa hat eine klare Botschaft gezeigt, dass es will, dass die Ukraine ihr eigenes Territorium zurückbekommt, das es verteidigt. Europa greift andere Länder nicht an.“ schloss sie.

Rebekka Albrecht

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