Deutschland soll die Werbung für ungesunde Lebensmittel für Kinder einschränken



Die Zahl der Kinder mit Übergewicht und Adipositas nimmt rapide zu, während der Verkauf von Süßigkeiten in den letzten Jahren zugenommen hat. Foto: EPA

Der Vorschlag des Landwirtschafts- und Ernährungsministers sieht vor, die Werbung für ungesunde Lebensmittel, die sich vor allem an Kinder richten, ganztägig – zwischen 6 und 23 Uhr – sowie in der Nähe von Kindergärten, Schulen und Parks zu verbieten. Laut Kinderarzt Berthold Koletzko zeigen Studien einen direkten Zusammenhang zwischen der Werbung für ungesunde Lebensmittel und deren vermehrtem Verzehr bei Kindern.

„Übergewicht bei Kindern ist eine tickende Zeitbombe, denn 80 Prozent der Kinder bleiben auch im Erwachsenenalter in diesem Zustand. Übergewicht schadet ein Leben lang der Gesundheit und mindert die Lebenschancen“, erklärte Koletzko.

Kinder aus sozial schwächeren Familien sind viermal stärker ungesunden Lebensmitteln ausgesetzt. Ramona Pop von der Consumers Union weist darauf hin, dass Unternehmen, die Junk Food für Kinder herstellen, riesige Summen für Werbung ausgeben, weil die Gewinne riesig sind und Fett und Zucker billige Lebensmittel sind.

„Selbstverpflichtungen bringen nichts, das zeigen die Erfahrungen der vergangenen Jahre deutlich. Unternehmen, die sich freiwillig verpflichtet haben, Werbung für ungesunde Produkte für Kinder einzuschränken, haben diese Versprechen nicht gehalten. Im Gegenteil, sie haben noch mehr Werbung für diesen Ramsch gemacht Lebensmittel, die ich für unethisch halte, das ist Gehirnwäsche“, sagt Carola Reimann von der Versicherungsgesellschaft AOK.

Das Argument, Werbung beeinflusse nur die Wahl einer Produktmarke, hat sich bereits in der Tabakproduktwerbung als falsch erwiesen, wird aber von der Tabakindustrie seit vielen Jahren als Argument für die Verzögerung von Werbebeschränkungen angeführt, und dieser Fehler darf nicht wiederholt werden. Die Bundesregierung kündigt daher ein Werbeverbot für ungesunde Lebensmittel für Kinder an. Wie bei Tabakprodukten stellt ungesunde Ernährung die Gesundheit über Unternehmensgewinne.

Hildebrand Geissler

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