Ohne Slowenen geht es auch in Berlin nicht

Deutschlands Hauptstadt verändert sich ständig, aber eine Tatsache bleibt konstant. Wenn Sie durch die Straßen Berlins gehen, spüren Sie Respekt vor seiner reichen Geschichte und vor allem, was in seinen Eingeweiden passiert ist. Gut, schön und auch tragisch für die Menschheit. Bis Sonntag wird sie wie 1993 die Basketballmetropole des alten Kontinents sein.

Vor 29 Jahren begann die Reise der slowenischen Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft in Berlin. Nun ist sie an den Ort der ersten eigenständigen Schritte zurückgekehrt und nach dem Austritt des Vereinigten Königreichs mit dem Brexit die bevölkerungsreichste Stadt der Europäischen Union, in der es unmöglich ist, nach einem gemeinsamen Nenner zu suchen. Offiziell hat es 3,8 Millionen Einwohner, die von Neuankömmlingen aus 190 Ländern überflutet wurden. Es gibt 25 verschiedene ethnische Gruppen in der Stadt mit mindestens 10.000 Vertretern, unter denen die massivste die türkische Diaspora mit vielen Generationen ist, die begannen, sich zu Deutschen zu erklären, aber ihre Bräuche, Religion und Kultur nicht aufgab. Nach dem Besuch der vielen Sehenswürdigkeiten der Stadt und dem Rückzug aus dem glitzernden Trubel in die Wohnungen der Alltagsmenschen kann sich der Besucher daher nur schwer des Gefühls erwehren, schon einmal in Berlin gewesen zu sein. Erinnerungen an andere Länder und Orte werden in ihnen wach. Zum Beispiel Ankara und Istanbul, mit denen slowenische Basketballer unterschiedliche Erfahrungen bei der EM machen. Den ersten würden wir am liebsten für immer aus unseren Köpfen streichen, also hätten wir nichts dagegen, wenn wir das Meisterstück von Istanbul 2017 in Berlin wiederholen.

Heimat der Sportschauspiele

Obwohl sie es tun werden Lukas Dončić, Goran Dragic & Co. erst am Mittwoch wieder an den Start gehen, haben sie keine Zeit, ihren Horizont außerhalb der Mercedes-Benz-Arena, der Trainingshalle und des Hotels weiter zu erweitern. Die meisten von ihnen wissen jedoch ganz genau, dass Berlin eine reiche Sportgeschichte hat. Die Olympischen Sommerspiele 1936 haben ein negatives Vorzeichen, denn es gibt sie Adolf Hitler als Propagandainstrument des NS-Regimes missbraucht. Aber danach fehlte es nicht an echten internationalen Spektakeln. Das Olympiastadion der Stadt war Austragungsort einer der Gruppenspiele der Weltmeisterschaft 1974, des WM-Finales 2006 zwischen Italien und Frankreich und des entscheidenden Spiels der Champions League 2015 zwischen Barcelona und Juventus. Der Berlin-Marathon ist seit 1974 berühmt, in diesem Jahr findet er am 25. statt und am Samstag war das sportliche Publikum in der Stadt bunt gemischt. Basketball-Fans stürmten zu den Hinspielen des Achtelfinals der EP, heimische Fußball-Fans zum Spiel zwischen Hertha und Bayer aus Leverkusen (2:2), mit dem sie keinen nennenswerten Schritt vom Tabellenende machten. Deutlich besser sieht es für Union aus, da es in den ersten fünf Runden genauso viele Punkte sammelte wie die berühmten Bayern.

Für den Gastgeber des EuroBasket-Finales ist es passend, dass er einen hochklassigen Basketballclub hat. Alba Berlin wurde erst 1991 gegründet, war aber bereits 11 Mal Deutscher Meister, dreimal in den letzten vier Spielzeiten (2020, 2021-22). Er glitzerte bei ihren ersten Schritten Teoman Alibegovićsie blieben dann für kurze Zeit bei ihr Jurica Golemac und Uros Slokaraber jetzt ist es ihre Hoffnung für die Zukunft Samar-Stempel. Ohne Slowenen geht es nicht.

Hildebrand Geissler

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