Verbot von Therapien zur Konversion der sexuellen Orientierung

Der deutsche Gesundheitsminister drängt auf ein Verbot der „Homosexuellen-Konversionstherapie“. Zwangsbesuche werden unabhängig vom Alter nicht mehr legal sein.

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In Deutschland erhalten nach Angaben der Magnus-Hirschfeld-Stiftung jedes Jahr etwa 1.000 Menschen eine Konversionstherapie. Sie werden neben Psychotherapeuten auch von religiösen Führern durchgeführt, die versuchen, mit Hilfe verschiedener Methoden Einfluss auf die sexuelle Orientierung des Einzelnen zu nehmen und ihn zu „bekehren“. Die Methoden sind oft sehr aggressiv für die Psyche des Einzelnen, und eine der angewandten Praktiken war sogar der Einsatz von Elektroschocks. Experten zufolge sind „Konversions“-Therapien nicht nur irreführend und ohne wissenschaftliche Grundlage, sondern auch schädlich, da sie zu Depressionen, Angststörungen und erhöhter Suizidalität führen können.

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Viele Menschen, insbesondere junge Menschen, stimmen einer Therapie nicht freiwillig zu. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, der sich dieser Problematik bewusst ist, hat einen Gesetzentwurf vorgelegt, der solche Praktiken im Land einschränken soll. Personen unter 18 Jahren sollten nicht zur Therapie gehen dürfen und eine Therapie für ältere Menschen nur auf ausdrücklichen Wunsch möglich sein. Personen im Alter von 16 bis 18 Jahren ist der Besuch nur dann gestattet, wenn der Therapeut den freien Willen des Klienten und die Fähigkeit nachweist, sich aller Konsequenzen der Therapie bewusst zu sein. Zwangsbesuche werden jedoch unabhängig vom Alter nicht mehr legal sein.

Minister Spahn, der die LGBT+-Gemeinschaft unterstützt, sagte, wir müssten Eltern ermutigen, ihre Kinder so zu akzeptieren, wie sie sind, und so verhindern, dass junge Menschen sich Sorgen machen und sich schämen. „Es geht dir gut, so wie du bist“, fügte er hinzu.

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Hildebrand Geissler

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